Ptolemæus
Arabus et Latinus
 
     

JORDANUS: Die verfügbaren Daten

Die Datenbank JORDANUS hat sich das Ziel gesetzt, möglichst alle mathematischen Texte in westlichen Sprachen nachzuweisen, die sich in mittelalterlichen Handschriften (d. h. in Codices, die vor 1500 geschrieben wurden) befinden. Die meisten Texte betreffen die Arithmetik, die Algebra, die Geometrie und die Trigonometrie. 

Die meisten Quellen sind in Latein geschrieben, aber auch Handschriften in westlichen europäischen Sprachen (Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Spanisch) wurden einbezogen. Allerdings wurden keine scharfen Grenzen gezogen, so dass auch Handschriften nachgewiesen werden, die Texte aus anderen mathematischen Teilgebieten (z. B. Astronomie, Optik, Hydraulik, Ingenieurwesen) und aus Nachbardisziplinen (wie Physik und Medizin) enthalten. Diese Handschriften wurden jedoch nicht systematisch gesucht. Auch eine Reihe von Handschriften, die nach 1500 geschrieben wurden, wurden aufgenommen. Dadurch enthält die Datenbank auch Informationen über neuzeitliche Handschriften - bis hin zu Universitätsvorlesungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die meisten Informationen, die in die Datenbank eingegeben wurden, stammen aus gedruckten und auch aus unveröffentlichten Handschriftenkatalogen. Die Daten wurden in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren von mehreren Bearbeitern in die Datenbank ICCMSM (jetzt: Jordanus) eingefügt. Zur Zeit sind in Jordanus etwa 13.000 Handschriften verzeichnet.

Angesichts des langen Bearbeitungszeitraums und der großen Datenmenge, die zu berücksichtigen war, sind Inkonsistenzen unvermeidbar. Viele von ihnen sind auf Fehler bei der Dateneingabe zurückzuführen. Es war nicht möglich, die Namen der einzelnen Autoren in einer normierten Form anzugeben. Daher kann ein und derselbe mittelalterliche Autor in verschiedenen Schreibformen oder unter unterschiedlichen Namen in der Datenbank vorkommen. Auch die Titel der Schriften erscheinen nicht in normierter Form. Wegen dieser und anderer Unzulänglichkeiten bitten wir die Benutzer um Nachsicht.

Die schnelle Entwicklung der Computertechnik während der 1990er Jahre zeigte die Grenzen des ursprünglich verwendeten Datenbanksystems auf, das mit der neuen Technologie weder konkurrenzfähig noch kompatibel war. Die Absicht, das in München gesammelte reiche Quellenmaterial einem breiteren Interessentenkreis zugänglich zu machen und die Benutzung der Datenbank zu vereinfachen, führte 1997 zu einer Kooperation zwischen Menso Folkerts (Institut für Geschichte der Naturwissenschaften in München) und Jürgen Renn (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin). In mehreren Workshops und Arbeitstreffen am Max-Planck-Institut in Berlin in den Jahren 1998/1999 wurden die Rohdaten zunächst von Gerd Graßhoff und Michael May, später dann von Jochen Büttner, Peter Damerow und Paul Weinig (alle MPIWG Berlin) übernommen und bearbeitet. Den wichtigsten Beitrag leistete Gerhard Brey (IGN, München) mit der Überprüfung und Korrektur aller Feldeinträge (mehr als 60000). Eine Internetversion auf der Basis von mySQL and Perl wurde entwickelt und in den Intranets der beiden Institute getestet. Unter ihrem neuen Namen JORDANUS wurde sie vom Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, dem King's College in London und dem Institut für Geschichte der Naturwissenschaften in München der Öffentlichkeit im world wide web zugänglich gemacht. Nach Gerhard Breys Tod (am 8. Februar 2012) konnte Jordanus nicht mehr auf den Servern dieser Institutionen beibehalten werden. Im Jahre 2014 installierte Erwin Rauner die Datenbank neu auf dem Server des Projektes Ptolemaeus Arabus et Latinus. Zugänglich ist sie dort über die Adresse 

http:\\jordanus.ptolemaeus.badw.de. 

Kommentare und Fehlerhinweise sind jederzeit willkommen. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich per Email an M.Folkerts@lmu.de. 

     
 
Geschichte des Projektes         Hinweise für Benutzer
 
Home                 Enter